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Die Geschichte von Sozopol: Von Apollonia Pontica bis zur heutigen Altstadt

Sozopol wird meist als Badeort mit hübscher Altstadt verkauft. Das wird dem Ort nicht gerecht. Auf dieser kleinen Felshalbinsel leben seit Jahrtausenden Menschen, und die Stadt hat mehr als einmal Namen, Sprache und Herrscher gewechselt. Wer ein wenig davon weiß, geht anders durch die Altstadt.

Vor den Griechen

Die ältesten Spuren liegen unter Wasser. Untersuchungen im Hafen haben Reste von Behausungen, Keramik sowie Werkzeuge aus Stein und Knochen aus der Bronzezeit zutage gebracht. Steinanker aus der Bucht zeigen, dass hier Schiffe anlegten, lange bevor der Ort einen griechischen Namen trug.

Apollonia, die Stadt Apollons

Im 7. Jahrhundert v. Chr. (als traditionelles Datum gilt etwa 610 v. Chr.) gründeten Kolonisten aus Milet in Kleinasien eine Stadt auf der Halbinsel. Sie hieß zunächst Antheia und bald Apollonia, nach ihrem Schutzgott. Spätere Autoren fügten „Pontica“ hinzu, also „am Schwarzen Meer“, um sie von den anderen Apollonias der griechischen Welt zu unterscheiden. Reich wurde die Stadt durch den Handel zwischen dem thrakischen Hinterland und der Ägäis. Ihr Wahrzeichen war der Anker; er erscheint ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. auf den Münzen Apollonias.

Ihr berühmtester Besitz war eine Bronzestatue des Apollon vom Bildhauer Kalamis, etwa 13 Meter hoch, aufgestellt im 5. Jahrhundert v. Chr. Im Jahr 72 v. Chr. nahm der römische Feldherr Marcus Lucullus die Stadt ein und ließ die Statue als Trophäe nach Rom bringen. In späteren Jahrhunderten verschwand sie; was aus ihr wurde, weiß niemand.

Sozopolis, die „Stadt der Rettung“

Unter römischer und dann byzantinischer Herrschaft wich der heidnische Name einem christlichen: Sozopolis. Im Mittelalter wechselte die Stadt mehrfach zwischen Byzanz und dem bulgarischen Staat. Auf den Inseln und Landzungen rund um die Bucht standen Klöster. Das bekannteste, Johannes dem Täufer geweiht, lag auf der Insel Sveti Ivan. Es entstand im 5.–6. Jahrhundert an der Stelle eines älteren Heiligtums und wurde zwischen 1262 und 1310 neu errichtet.

1453, im selben Jahr wie Konstantinopel, fiel die Stadt an die Osmanen. 1629 wurde das Inselkloster abgerissen, damit Piraten dort keinen Unterschlupf fanden. Sozopol schrumpfte zu einem Ort der Fischer und Winzer, in dem weiterhin überwiegend Griechisch gesprochen wurde.

Die Holzhäuser

Was Besucher heute fotografieren, stammt größtenteils aus dieser ruhigeren Zeit. Die Häuser der Altstadt wurden im 18. und 19. Jahrhundert gebaut. Das Muster wiederholt sich von Gasse zu Gasse: ein steinernes Erdgeschoss für Netze, Fässer und Salzfisch, darüber ein Wohngeschoss mit verwitterter Holzverkleidung, das über die Gasse vorkragt. Die Straßen sind eng, weil die Halbinsel klein ist. Für Verkehr wurde hier nichts geplant.

1974 wurde die Altstadt zum Architektur- und Archäologiereservat erklärt. Anders als Nessebar weiter nördlich steht Sozopol nicht auf der UNESCO-Welterbeliste, doch der Schutz hat die niedrige Silhouette der Halbinsel und ihre Häuser bewahrt.

Das 20. Jahrhundert und ein Fund von 2010

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Sozopol Teil des modernen bulgarischen Staates. Nach den Balkankriegen zog der größte Teil der griechischen Einwohner nach Griechenland, an ihrer Stelle ließen sich bulgarische Flüchtlinge aus Ostthrakien nieder. Seit 1984 findet hier das Kunstfestival Apollonia statt, jedes Jahr um den Monatswechsel August/September.

Dann kam der Sommer 2010. Archäologen, die auf Sveti Ivan die Klosterkirche freilegten, fanden unter dem Altar ein kleines Marmorreliquiar mit einigen Knochenfragmenten. Eine spätere Radiokarbondatierung ordnete die Knochen dem 1. Jahrhundert n. Chr. zu und wies auf einen Mann aus dem Nahen Osten hin. Ob sie von Johannes dem Täufer stammen, lässt sich nicht beweisen; die Datierung widerspricht der Überlieferung zumindest nicht. Der Fund brachte Sozopol weltweit in die Zeitungen.

Die Insel selbst misst 0,66 Quadratkilometer und ist damit die größte bulgarische Insel im Schwarzen Meer. Ihr Leuchtturm wurde 1884 gebaut, seit 1993 ist sie Naturschutzgebiet.

Was man in der Altstadt sehen sollte

  • Das Archäologische Museum. Griechische Keramik, Anker und Funde aus der Nekropole von Apollonia. Klein, aber eine Stunde wert.
  • Die Südliche Festungsmauer mit Turm. Ein Museumskomplex an der Seeseite der Halbinsel, mit Abschnitten der mittelalterlichen Befestigung, an denen man entlanggehen kann.
  • Das Ethnografische Museum. In einem der alten Häuser; es zeigt, wie die Stadt lebte und sich kleidete.
  • Die Kirchen. Die Kirche der Heiligen Gottesmutter, St. Georg, St. Kyrill und Method sowie die kleine Kapelle des hl. Zosim.
  • Der Hafen. Vorn Fischerboote, dahinter die Inseln Sveti Kirik und Sveti Ivan. Ungefähr diesen Blick hatten schon die griechischen Seeleute.

Die Öffnungszeiten ändern sich mit der Saison. Informieren Sie sich vorher, vor allem außerhalb von Juli und August.

In der Nähe wohnen

Unsere Apartments in Sozopol liegen in der Ferienanlage Santa Marina, etwa 2 km von der Altstadt entfernt: nah genug für einen frühen Spaziergang und die Rückkehr zum Frühstück auf dem Balkon. Wer den Ort fotografieren will, findet bei uns einen Leitfaden zu den besten Fotospots und den passenden Tageszeiten. Termine und Preise finden Sie auf der Verfügbarkeitsseite, oder Sie schreiben uns.

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